Die Standardauswahl der von uns durchgeführten Reaktionen finden Sie unter Reaktionsverfahren. Aufgrund unserer jahrzehntelangen Erfahrung verfügen wir über ein besonders fundiertes Fachwissen bei folgende spezifischen Reaktionsarten:
Hochdruck-Reaktionen
Wir können Reaktionen bis zu einem Druck von 100 bar in einem speziell angefertigten Reaktor mit einem Reaktionsvolumen von 1.000 l und bis zu 250 °C durchführen. Dieser Reaktor ermöglicht den Einsatz von gasförmigen Stoffen und niedrig siedenden Lösungsmitteln bei einer erhöhten Temperatur sowie auch Diels-Alder-Reaktionen, wobei das Gleichgewicht der Reaktion durch Druckanwendung in die richtige Richtung verschoben werden kann.
Hydrierung
Reaktionen mit Wasserstoff erfordern ganz besondere Vorsichtsmaßnahmen und eine spezielle Sicherheitskonstruktion der eingesetzten Anlagen. Auf unserem Betriebsgelände haben wir diese Voraussetzungen erfüllt, darüber hinaus werden nur sehr erfahrene Mitarbeiter mit der Durchführung dieser gefährlichen Reaktionen betraut. Hydrierung kann mit Raney-Nickel sowie mit allen weiteren Arten von Edelmetallkatalysatoren, in erster Linie in einem heterogenen System, erfolgen. Jedoch können wir auch homogene Katalysen durchführen, wenn auch der Arbeitsprozess hierbei oftmals wesentlich komplizierter ist. Der Druck, der erreicht werden kann, beträgt 100 bar mit einer Temperaturspanne bis zu 250 °C bei Reaktionsvolumen von 1.000 l bei 100 bar bzw. bis 6.000 l bei maximal 20 bar.
Grignard-Reaktion
Für die Vorbereitung des eigentlichen Grignard-Reagenzes verfügen wir über speziell ausgestattete Reaktoren und beginnen beim organischen Halogenid und Magnesium.
Der Vorteil besteht darin, dass wir nicht auf die wenigen kommerziell erhältlichen Grignard-Reagenzien begrenzt sind, sondern die Ausführung der verschiedenen Grignard-Reaktionen sehr flexibel durchführen können.
Besonders die Initiierung der Reaktion kann unter Umständen schwierig und sehr anspruchsvoll sein. Über die Jahre hinweg haben wir uns das technische Know-how für eine erfolgreiche, sichere und leistungsfähige Durchführung dieser Reaktionsart angeeignet.
Tieftemperaturtechnologie
Eine Vielzahl von chemischen Reaktionen wird bei Temperaturen zwischen -15°C und etwa +150 °C durchgeführt. Daneben existieren aber auch Reaktionstypen, die nur bei extrem tiefen Temperaturen das gewünschte Produkt liefern. Die neue Tieftemperaturtechnologie ermöglicht nun Temperaturen von bis zu -90 °C und erschließt somit eine völlig neue Dimension von durchführbaren Syntheseverfahren.
Hierzu zählen zum Beispiel Metallierungsreaktionen mit Organometall-
verbindungen wie Butyllithium oder Amidbasen wie Lithiumdiisopropylamid. Bisher konnten Reaktionen in der Produktion nur bis etwa -15 °C durchgeführt werden.
Der neue Train 13 in unserer state-of-the-art Anlage MPA-P3 wurde kürzlich um einen zusätzlichen Tieftemperaturreaktor aus Edelstahl mit 2500 Liter Nennvolumen erweitert. Neben der Reaktionsführung bei tiefer Temperatur kann der Reaktor auch als Hydrierkessel für Druckreaktionen bei bis zu 25 bar genutzt werden. Die spätere Weiterverarbeitung der Reaktionsmischung findet in dem ein Stockwerk tiefer liegenden Aufbereitungskessel (Kristaller) statt. Die Erzeugung der Kälte erfolgt mit tiefkaltem flüssigem Stickstoff (-196 °C) durch Abkühlung einer Wärme-
trägerflüssigkeit über Wärmetauscher.
Mit der Einführung der Tieftemperaturtechnologie haben wir unser Spektrum an durchführbaren Syntheseverfahren ergänzt und somit das Angebot für unsere Kunden wesentlich erweitert.